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Crailsheim - Region der Weltmarktführer

Das Wirtschaftsgymnasium hatte kürzlich Gelegenheit aus erster Hand zu erfahren, wie es um die Wirtschaft unserer Region steht. Auf Einladung des Freundeskreises referierte der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken, Dr. Andreas Schumm, über die „Region der Weltmarktführer“. Dabei zeigte er Chancen  aber auch die Anforderungen auf, die sich daraus für unsere Schüler ergeben.

Zunächst begründete er, warum sein Verband für unsere Region mit dem Etikett „Weltmarktführer“ wirbt. Die hier ansässigen Betriebe bestehen hauptsächlich aus Familienunternehmen (70%), die Wert auf Tradition legen. Sie sind mittelgroße Firmen und verteilen sich über die ganze Region (70% in ländlichen Gegenden). Die Schlüsselbranchen sind Automobilindustrie, Maschinenbau und metallverarbeitende Industrie, Nahrungs- und Futtermittelindustrie, sowie Elektrotechnische Industrie. Unsere Region weist die meisten Weltmarktführer pro Einwohner auf.

Was bedeutet dies nun für unsere Schüler, die zukünftigen ArbeitnehmerInnen? Dr. Schumm kann bezeichnet die vorgestellten Unternehmen aufgrund ihrer Führungskultur, die er mit dem Slogan „Made in Germany“ beschreibt,  als Top – Arbeitgeber, da sie offene Kommunikation mit den Mitarbeitern pflegten und meist auch in Krisenzeiten am Personal festhielten. Für die Zukunft prognostiziert er unserer Region bei der derzeitigen Arbeitslosenquote von nur 3,7% auch im kaufmännischen Bereich einen Fachkräftemangel.

Auf die Frage der Schüler, welchen Tipp Dr. Schumm ihnen bezüglich ihrer beruflichen Qualifikation geben könne, gab er weder einer qualifizierten Ausbildung noch einem Studium den Vorzug. Er empfahl, sich immer dafür zu entscheiden, wofür man am meisten Interesse und Leidenschaft habe. Die Region sei bezüglich der Hochschullandschaft unterrepräsentiert. Allerdings gab der Wirtschaftswissenschaftler zu, dass in Crailsheim die Tragfähigkeit für einen Hochschulstandort wahrscheinlich nicht erreicht werde, obwohl es nicht auszuschließen sei, dass eine Außenstelle einer Hochschule errichtet werde.

Die Region sei eindeutig eine Zuwanderungsregion mit 10,6% ausländischen Einwohnern und einer Bruttowertschöpfung, die höher liege als die Gesamtdeutschlands, was durchaus ein Beispiel dafür sei, dass sich Zuwanderung auf die Wirtschaft positiv auswirke. Auf die Frage nach den Folgen der aktuellen Flüchtlingswelle riet Dr. Schumm zu vorsichtigem Optimismus. Die vergangene Euphorie, die Zuwanderer könnten die Antwort auf die demographischen Probleme Deutschlands sein, habe sich leider auch aufgrund der mangelnden Ausbildung der Zuwanderer und Sprachbarrieren nicht bestätigt. Allerdings könnten die jungen Migranten in 4-5 Jahren durchaus die Fachkräfte der Zukunft darstellen. Zum Schluss empfahl er den jungen Menschen, offen zu sein für alles, was die berufliche Zukunft bietet und nicht zu sehr finanzielle Aspekte in den Vordergrund zu stellen.

 

Bildunterschrift:

v.l.: Dr. Patrick Stiller (Vorsitzender Freundeskreis KSCr), Dr. Andreas Schumm (Geschäftsführer Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken), Michael Fuchs (Geschäftsführer Freundeskreis KSCr)

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