Aktuell-Leser

Viele Wege führen zum Ziel

Den richtigen Bildungsweg zu finden, ist nicht immer leicht. Häufig fehlt den Schülern auch der Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten. Der Infotag der Beruflichen Schulen Crailsheim brachte hierzu am vergangenen Samstag die Chance, sich Orientierung über die schulische Zukunft zu verschaffen.

Den Realschulabschluss in der Tasche – und nun? Ausbildung beginnen oder doch lieber noch ein paar Jahre Schule dranhängen? Das Abitur machen, um eventuell ein Studium anzufangen? Die Möglichkeiten sind zahlreich. Grundsätzlich gilt in Baden-Württemberg „Kein Abschluss ohne Anschluss“, wie Katrin Berk, Schulleiterin der Eugen-Grimminger-Schule, bei der Eröffnung des Infotages am Crailsheimer Berufsschulzentrum erklärt. So ist also kein Bildungsgang eine Sackgasse, sondern nach jedem Abschluss öffnet sich eine Fülle neuer Türen für die Schüler. Zahlreiche Besucher sind gekommen, um sich über die verschiedenen Bildungswege zu informieren. Für Soykan Denz war zum Beispiel nach dem allgemeinbildenden Abschluss klar, dass er seine mittlere Reife auf der Berufsfachschule Gesundheit und Pflege absolvieren möchte, da es ihm gefalle, anderen Menschen zu helfen. Der 18-jährige Schüler zeigt am Infotag chemische Versuche, die allen Interessenten Einblicke in die Unterrichtspraxis bieten sollen. Nicht weniger lehrreich präsentiert sich die Kaufmännische Schule, bei der Schüler und Eltern einen Probeunterricht im Profilfach Betriebswirtschaftslehre bekommen. „Hier lernt man fürs Leben“, sagt Lehrer Ulrich Burkhardt. Egal ob Steuererklärung, Kredite oder Online-Shopping: Die BWL begegne uns im Alltag öfter als man denkt. Dass die Schule ihrem Motto „Mehr als Schule“ gerecht wird, ist allein im Foyer anhand der vielen außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften zu sehen, darunter beispielsweise der Schulsanitätsdienst oder die Japan-AG. Lukas Kuch (16) ist sich noch unsicher, ob es für ihn ans Wirtschaftsgymnasium oder an das Berufskolleg gehen soll. Er habe noch keinen konkreten Berufswunsch vor Augen  – „Mit BWL mache ich nichts falsch und mir stehen danach immer noch alle Türen offen“, so Lukas weiter. Bei Cindy Guttknecht sieht es da schon ein bisschen anders aus. Sie weiß ganz genau, wohin ihr Weg nach der Gemeinschaftsschule führen soll, nämlich an die Gewerbliche Schule. Sie möchte KFZ-Mechatroniker werden. Wie sieht die Ausbildung aus? Welche Inhalte erwarten mich? Lukas Ludwig aus dem dritten Ausbildungsjahr kann Cindy ehrliche Auskünfte geben. Eher untypisch, dass sich ein Mädchen so für Autos interessiert, doch ihren Berufswunsch hat Cindy bereits bei einem Praktikum kennen gelernt, das sie in ihrer Wahl bestätigt hat. „Es muss auch Frauen geben, die zeigen, dass nicht nur Männer bestimmte Berufe ausüben können“, sagt die 15-Jährige. Dadurch, dass sich die Fahrzeugtechnik stets weiterentwickelt, wird es auch bei der Gewerblichen Schule eine Neuerung geben: „Elektro- und Hybridfahrzeuge sind die Zukunft – wir bauen unsere Werkstatt im Moment so um, dass wir auch in den neuen Technologien sicherheitstechnisch ausbilden können“, so Lehrer Hermann Eckert.

Ob man also schon ganz genau weiß, was man nach der Schule machen möchte oder ob man sich eine erste Orientierung holen will: Der Infotag des Berufsschulzentrum in Crailsheim bietet für jeden die Möglichkeit, sich über die weitere schulische Laufbahn zu informieren, sei es direkt über die Schüler oder die Lehrer. So kann dann auch bei der Fülle an Türen eventuell die Passende für jeden einzelnen gefunden werden.

 

Info: Weitere Informationen zu den einzelnen Schularten und das Bewerbungsverfahren finden Sie auf den Internetseiten der Beruflichen Schulen.

Eugen-Grimminger-Schule: www.eugen-grimminger-schule.de; Kaufmännische Schule: www.kscr.de

Gewerbliche Schule: www.gscr.de

Zurück