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Zeit zum Abschied nehmen

Elterngespräche, Unterricht vorbereiten, Klausuren korrigieren, langweilige Fachliteratur: Diese Themen sind in Zukunft für Barbara Kettemann, Ingrid Brenner, Alfred Trautmann und Joachim Karg passé. Die vier KollegInnen wurden am Ende des Schuljahres 2017/18 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. „Es kann als Verlust gesehen werden, sogar als doppelter und dreifacher Verlust, dass Sie nun Ihre Zeit als Lehrkraft beenden“, sagt Schulleiter Peter Kottenstein bei der Verabschiedung.

Barbara Kettemann ist ein echtes Eigengewächs der Kaufmännischen Schule Crailsheim. Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium hat Kettemann an der pädagogischen Hochschule Ludwigsburg die Fächer Englisch und Französisch studiert und 1981 die zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen erfolgreich abgelegt. Neben VHS-Kursen war Barbara Kettemann auch an der Abendrealschule, an der Kolping-Fremdsprachenschule sowie in verschiedenen Firmen im Bereich Handelskorrespondenz tätig. Ab November 2000 zählte die Lehrerin zum Kollegium der KSCr. Von dort an unterrichtete sie überwiegend in der Wirtschaftsschule, im Berufskolleg und in der Berufsschule.

Ganz anders hingegen war der Werdegang von Ingrid Brenner. Brenner „hatte zunächst mit Schule gar nichts am Hut“, wie Peter Kottenstein erzählt. Nach der Ausbildung zur Bürokauffrau 1974 hat Ingrid Brenner als Verwaltungsfachangestellte im Bürgermeisteramt in Satteldorf angefangen. Sechs Jahre später begann sie nebenberuflich eine IHK-Weiterbildungsmaßnahme und hat die Prüfung zur staatlich geprüften Sekretärin bestanden. Das Thema „Lehren“ war während der Kindererziehung jedoch immer präsent durch diverse VHS-Kurse zu PC-Grundwissen oder Textverarbeitung mit Word. Nach der Ausbildung zur Fachlehrerin für Kurzschrift (1994-1996) war Brenner ebenso an der Kolping-Fremdsprachenschule tätig, bevor sie im Schuljahr 1997/98 erstmalig für die KSCr mit dem Unterrichtsfach Textverarbeitung tätig war. In den Jahren 2003 bis 2005 machte Sie noch die Ausbildung zur Technischen Lehrerin, die Sie mit Auszeichnung beendete.“ Neben vielen Projekten in der WS und im „Team Kreativ“ ist besonders eine außerunterrichtliche Tätigkeit hervorzuheben: Die Schülerbücherei. Brenner hat die Schülerbücherei so vorangetrieben, wie wir sie heute an unserer Schule erleben. Von Autorenlesungen, Lyrikwettbewerben bis Fernleihen – mit viel Engagement wurde die Bibliothek ins Herz der KSCr gerückt.

Von der evangelischen Kirche zur Schule – diesen Weg hat Alfred Trautmann eingeschlagen. 1974 bis 1978 hat Trautmann Religionspädagogik mit dem Wahlfach Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Esslingen studiert. Ein Angestelltenvertrag wurde jedoch nach der zweiten Staatsprüfung im Jahr 1980 abgelehnt und stattdessen ein zweites Studium in Evangelischer Theologie in Tübingen absolviert. Danach folgten ein paar Jahre als Pfarrvikar und 1992 dann die Abordnung in den Schuldienst. Zugewiesen wurde Trautmann dann der Kaufmännischen Schule Crailsheim. Nicht nur in Religion, sondern auch in Geschichte/Gemeinschaftskunde hat Trautmann viele Jahre viele Schüler erfolgreich durch die Abschlussprüfungen geführt. Jedes Jahr hat Alfred Trautmann zusammen mit seinen Fachschaftskollegen den Weihnachtsgottesdienst vorbereitet und mit den Schülern aktiv mitgestaltet.

Das nächste Eigengewächs, das die KSCr am Ende des Schuljahres verlassen hat, heißt Joachim Karg. Nach dem Abitur am WG ging es für Karg an die Universität Mannheim, wo er von 1976 bis 1980 die Fächer Wirtschaftspädagogik und Geschichte studierte. Das Referendariat absolvierte Karg an der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Hall. 1982 begann er als Studienassessor an der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd. 1988 hatte ihn seine ehemalige Schule zurück: Mit den Fächern BWL, GGK und DV unterrichtete Joachim Karg an allen Schularten der KSCr. „Bei den Schülern waren Sie immer sehr beliebt“, betont Kottenstein. Dies bestätigte sich auch an der mehrmaligen Wahl zum Verbindungslehrer. Mentor für Referandare, zahlreiche Schülerwettbewerbe, Projekttage und Abteilungsleiter der KBS und WS: Das pädagogische Wirken von Joachim Karg reichte weit über den üblichen Unterrichtsalltag hinaus. Nicht zuletzt wurde das „Crailsheimer Modell“ in der Wirtschaftsschule durch Karg vorangetrieben und weiterentwickelt.

Wir wünschen den vier KollegInnen alles Gute für den Ruhestand und dass sie immer die wesentlichen Dinge im Leben im Blick behalten.

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