Chronik-Details

Schule 4.0 – digitale Revolution im Klassenzimmer

von M. Gutsche

Digitale Revolution im Klassenzimmer: Henning Hach aktiviert per Schalter den WLAN-Zugang im Lehrerzimmer

Pilotprojekt: Kaufmännische Schule Crailsheim will Berufsschulklasse mit Tablets ausstatten

 

Die Rucksäcke und Schultaschen werden im neuen Schuljahr zumindest für eine Klasse an der Kaufmännischen Schule Crailsheim (KSCr) leichter: Das erste Lehrjahr Büromanagement soll im Zuge eines Pilotprojektes mit Tablets ausgestattet werden.

So viel steht fest: „Digitale Medien werden Einzug in die Schullandschaft halten“, sagt Peter Kottenstein, Schulleiter der KSCr. Keineswegs sehe er darin die Gefährdung der Lehrerposition, im Gegenteil. Der Lehrer werde in Zukunft nicht nur Coach sein, sondern bleibe auch Führungsperson.„Der Erfolg des digitalen Klassenzimmers hängt von den Lehrkräften ab. Die digitale Technikist kein Ersatz, sondern eher ein bereicherndes Element“, so der Schulleiter weiter. Aktuell ist die Kaufmännische Schule dank der finanziellen Mittel des Landkreises Schwäbisch Hall schon sehr gut ausgestattet, wie Schulnetzbetreuer Henning Hach erzählt. Hach ist unter anderem für die Beamer-Wartung, die PC-Installation und die Netzwerkbetreuung zuständig. So habe jedes Klassenzimmer einen eigenen PC, einen Beamer sowie eine Dokumentenkamera und einen WLAN-Zugang. Stundenweise können die Lehrer den Schülern per WLAN-Tickets das Internet freischalten. Eine Möglichkeit, mobile Endgeräte wie Smartphones bereits jetzt in den Unterricht zu integrieren. „Hier ist der Landkreis schon vor dem Digitalpakt in Vorleistung gegangen und hat es ermöglicht, die WLAN-Infrastruktur im ganzen Schulgebäude auszubauen“, sagt Henning Hach. Dies sei natürlich Voraussetzung für die Einführung der Tabletklasse im kommenden Schuljahr. Ziel des Pilotprojektes ist es, dass die Schüler zunächst auch im theoretischen Teil ihrer Berufsausbildung den Umgang mit mobilen Endgeräten vertiefen und die Lernmotivation dadurch gesteigert wird. So werden beispielsweise die Office-Produkte in den BWL-Unterricht integriert, Lernvideos oder QR-Codes generiert oder in den Fremdsprachen mit Kopfhörern Hörverstehensaufgaben erarbeitet. Dabei kann zudem der Fokus auf eine individuelle Förderung gelegt werden, da jeder Schüler die Möglichkeit bekommt, die Aufgaben in seinem Arbeitstempo zu erledigen.

Viele digitale Neuerungen an der Kaufmännischen Schule Crailsheim wurden bereits in den letzten Schuljahren umgesetzt oder sind gerade in der Testphase. Schon länger werden die Noten nicht mehr händisch auf Papier festgehalten, sondern können bequem von Zuhause in digitale Listennach einer Zwei-Faktor-Authentifizierung eingetragen werden. Auch der Klassenbuchdienst der Schüler ist ab dem Schuljahr 2019/2020 passé. Klassenbucheinträge, Fehlzeitenerfassung, Klassenarbeitstermine und Hausaufgaben werden online im Klassenzimmer eingegeben. Lehrer, Schüler, Eltern und Betriebe erhalten so auf Anhieb per App entsprechende Informationen zu Stundenplanänderungen. Eine Testversion läuft aktuell parallel zum herkömmlichen Tagebuch.

Die Schüler Dana Zeitler und Marcus Probst sind gespannt auf die „Schule der Zukunft“. Als Schüler sehen sie klar die Vorteile des digitalen Klassenzimmers, jedoch auch die Gefahren. „Ich kann mir vorstellen, dass man sich schnell von anderen Funktionen des Tablets ablenken lässt“, so der 17-Jährige. Allerdings freue er sich bereits jetzt für alle zukünftigen Schüler, deren Schultaschen schon bald an Gewicht verlieren werden. Und motivierter sei man so auf alle Fälle. „Das Kollegium bereitet sich im Vorfeld schon auf den Einsatz der mobilen Endgeräte vor“, erklärt Peter Kottenstein. Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Schule 4.0 getan.

 

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